Schenkung/Erben


Erbschaftsteuer

Künftige Erblasser und Erben von Immobilien müssen sich an ein neues Steuer-Einmaleins gewöhnen. Seit 2009 werden Immobilien vom Finanzamt mit ihrem tatsächlichen Wert zur Erbschaft- und Schenkungsteuer herangezogen und somit deutlich stärker besteuert.

Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Kinder und Enkel profitieren von der Reform mit Erbschaftsteuer - Finanztest erklärt die Änderungen und zeigt die steuerlichen Vorteile.
Die neue Erbschaftsteuer :

Häuser, Wohnungen und Betriebsgebäude werden nun mit ihrem tatsächlichen Wert zur Erbschaftssteuer herangezogen.

Fast doppelt so viel steuerfrei vererben

Ehegatten sowie eingetragene Lebenspartner können ab diesem Jahr 500.000 Euro steuerfrei erben oder geschenkt bekommen. Das sind 193.000 Euro mehr als nach altem Recht. Der Freibetrag für leibliche Kinder, Stief- und Adoptivkinder ist von 205.000 Euro auf 400.000 Euro angestiegen. Damit können Eltern ihren Kindern fast doppelt so viel Barvermögen steuerfrei hinterlassen wie noch 2008. Von Mutter und Vater zusammen kann ein Kind also 800.000 Euro erben, ohne Steuern zahlen zu müssen. Für Enkel hat sich der Freibetrag von 51.200 Euro auf 200.000 Euro fast vervierfacht.

Liegt der Wert einer geschenkten oder vererbten Immobilie über dem jeweiligen Freibetrag, so ist die darüber liegende Summe entsprechend zu versteuern. Für enge Familienangehörige gibt es jedoch wichtige Sonderregelungen. War bisher die Übertragung des Eigenheims zu Lebzeiten nur unter Ehegatten steuerfrei möglich, gilt dies nun auch für eingetragene Lebenspartner. Das Eigenheim muss zum Zeitpunkt der Schenkung vom Schenker jedoch selbst bewohnt sein. Der Beschenkte darf die Immobilie aber für ihn steuerunschädlich weitergeben.

Ganz neu ist, dass ebenfalls das vererbte Eigenheim steuerfrei bleibt, wenn es an Ehe-, gleichgeschlechtliche Lebenspartner, Kinder oder Enkel verstorbener Eltern geht. Bedingung: Der Neubesitzer muss anschließend mindestens zehn Jahre darin wohnen. „Die Immobilie darf in dieser Zeit nicht verpachtet, vermietet oder allein als Zweitwohnsitz genutzt werden, wenn das Erbe steuerfrei bleiben soll“.

Ausnahme: Der Erbe wird zum Pflegefall, muss in ein Heim oder stirbt. Auf den Wert der Immobilie kommt es dabei nicht an, selbst Villen in Bestlage bleiben somit vom Finanzamt unangetastet.

Die neue Zehn-Jahres-Regel wirkt vor allem bei Kindern realitätsfremd, da sie nicht zur heute im Berufsleben geforderten Flexibilität und Mobilität passt. Beispiel: Der Sohn erbt steuerfrei das Haus der Mutter und zieht dort ein. Nach fünf Jahren muss er berufsbedingt umziehen. Hier heißt es dann „Pech gehabt“, denn nun fordert der Fiskus die volle Erbschaftsteuer nach.

Die einzige Erleichterung, die noch bleibt: Der Gesetzgeber will nicht, dass die Nachkommen das gerade geerbte Domizil verkaufen müssen, nur um die Forderungen des Finanzamts bezahlen zu können. „Deshalb gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf eine zinslose Stundung der angefallenen Erbschaftsteuer,“


Schenken ohne Steuern

Der Freibetrag gilt auch für Geschenke, die Eltern zu Lebzeiten machen. Alle zehn Jahre erneuert sich der Freibetrag automatisch. Stirbt der Vermögende und ist seine letzte Schenkung noch keine zehn Jahre her, wird die geschenkte Summe zur Erbschaft hinzugerechnet. Übersteigt dann die Gesamtsumme den Freibetrag, fordert der Fiskus seinen Anteil nachträglich ein. Wer viel Vermögen hat und möglichst alles am Finanzamt vorbei übertragen möchte, muss früh mit dem Schenken beginnen.

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