Fördergelder

Heizkosten sparen will fast jeder. Zwar ist die energetische Sanierung einer Immobilie alles andere als billig. Wer den Staat ins Boot holt, kann sich allerdings üppige Zuschüsse sichern.

Auch Altbauten lassen sich klimatechnisch auf Vordermann bringen
In Kopenhagen beraten die Mächtigen der Welt noch über globale Strategien gegen den Klimawandel; die EU ist in manchen Punkten schon einen Schritt weiter. Gerade erst hat Brüssel neue Energierichtlinien für Neubauten beschlossen, und auch in alten Gebäuden will man künftig strengere Maßstäbe bei der Energieeffizienz anlegen. Nachvollziehbar ist dieses Ansinnen, schließlich gehen bis zu 70 Prozent des privaten Energieverbrauchs auf das Konto von Heizung, Strom und Warmwasser. Und technisch lässt sich der Energiehunger eines älteren Hauses ohne große Probleme um 70 bis 80 Prozent drücken.
Doch lohnt sich das auch finanziell? Auf längere Sicht auf jeden Fall, kurzfristig muss man als Hausbesitzer aber zuerst Geld in die Hand nehmen, und das – je nach Maßnahme – nicht zu knapp. Im Gegenzug wird die Umwelt, aber auch der eigene Geldbeutel deutlich entlastet, und das Jahr für Jahr.

FOCUS Online hat zehn Tipps für Hausbesitzer zusammengestellt, die die staatlichen Geldtöpfe anzapfen wollen. Mieter haben in Sachen energetische Sanierung recht begrenzte Spielräume: Nur wer seinen Vermieter für den Klimaschutz begeistert, kann auch in der Mietwohnung profitieren, zum Beispiel durch niedrigere Nebenkosten und höheren Komfort.

Energiesparen

Erst investieren, dann kassieren
Üppige Boni für gute Beratung
Zuschüsse für den Heizungskeller
Fördergelder für Sonnenenergie
Holzpellets bringen 5000 Euro
Fünf Prozent für neue Fenster
15 000 Euro für Komplettsanierung
Neu bauen mit Minizinsen
Bonus für effiziente Pumpen
Schluss machen mit Nachtspeicheröfen
Offene Fragen beim Solarstrom

Aus www.Focus-Online.de








Ein warmer Geldregen in Form von Förderdarlehen und Zuschüssen wartet auf Immobilienbesitzer. Wer einige Bedingungen erfüllt, kann locker mehrere tausend Euro kassieren. Vater Staat greift Bauwilligen und Modernisierern finanziell mit zahlreichen Programmen unter die Arme.

Wer sein Häuschen umbauen oder sanieren will, braucht vor allem eines: Geld. Auch beim Neubau kommt auf die Bauherren einiges zu. Glücklicherweise belohnt der Staat umsichtige und energiesparende Bauweise mit Darlehen und Zuschüssen. Wer sein Haus zudem als Investition fürs Alter sieht, kann sich weitere Zulagen sichern. Die Stiftung Warentest hat nun den Förder-Dschungel gelichtet und die wichtigsten Programme zusammengestellt.

Die Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Programm „Energieeffizient bauen“ sind unschlagbar günstig. „Die Förderbank finanziert den Bau oder Kauf eines Energiesparhauses mit einem Darlehen bis zu 50.000 Euro“, sagt Susanne Meunier, Finanzexpertin bei der Stiftung Warentest. „Die Effektivzinsen hierfür liegen teilweise unter drei Prozent.“ Unabhängig von Bauweise und Energieeffizienz unterstützt die KfW auch den Bau oder Kauf selbst genutzter Immobilien. Mit ihrem Wohneigentumsprogramm stellt sie Darlehen für bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten, maximal jedoch 100.000 Euro, zur Verfügung. Die Zinssätze dafür sind zwar momentan nicht viel günstiger als normale Bankdarlehen. Aber es gibt einen gewaltigen Vorteil: „Einige Banken behandeln das KfW-Darlehen wie Eigenkapital“, erläutert Meunier. „Rutscht dadurch die Finanzierungssumme unter 60 Prozent des Immobilienwerts, bekommen die Kunden der Bank den herkömmlichen Kredit zum Bestzins.“

Energiesparende Modernisierung

„Energieeffizient sanieren“ und „Wohnraum modernisieren“ – das sind die Zauberformeln für die Instandsetzung von Wohneigentum. Mit diesen Programmen fördert die KfW Modernisierungen, die der Umwelt dienen. Dabei gilt: je besser für die Umwelt, desto niedriger der Zinssatz, den die Förderbank für das Darlehen berechnet. Der Höchstbetrag für diese Darlehen liegt bei 75.000 Euro. Auch wer eine frisch sanierte Immobilie kauft, hat Anspruch auf einen KfW-Kredit. Außerdem gewährt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) Zuschüsse für die Installation von Solarkollektoren, Pelletkesseln oder Wärmepumpen.

Wohn-Riester bringt einiges

Wer seine Wohnung oder sein Haus nach 2007 gekauft oder gebaut hat, bekommt für die Tilgung des Darlehens die Steuervorteile und Zulagen wie für einen normalen Riester-Sparvertrag. Steckt ein Eigenheimbesitzer mindestens vier Prozent seines jährlichen Bruttoeinkommens und maximal 2100 Euro in die Tilgung seines Riester-Darlehens, erhält er jedes Jahr 154 Euro Grundzulage. Dazu gibt es 185 Euro Zulage pro Kind. Für ab 2008 geborene Kinder erhöht sich der Betrag auf 300 Euro. Die Tilgung bis zu 2100 Euro jährlich kann man zudem als Sonderausgabe von der Steuer absetzen.

Wohn-Riester ist jedoch an einige Bedingungen gekoppelt. So muss der Eigenheimbesitzer selbst in der Immobilie wohnen und das Darlehen spätestens bis zu seinem 68. Lebensjahr zurückzahlen. Der Darlehensvertrag muss zudem von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zertifiziert werden. Die geförderten Beträge müssen im Rentenalter versteuert werden. Solange Eigenheimbesitzer aber nicht wesentlich höhere Zinssätze für das Riester-Darlehen zahlen als für ein herkömmliches Darlehen, sind sie klar im Vorteil: Zulagen, Steuervorteile und auch die Zinsersparnis durch die schnellere Tilgung können sich bis zum Rentenbeginn auf mehr als 50.000 Euro summieren.

Günstige Darlehen von den Ländern

Fast alle Bundesländer vergeben zudem günstige Darlehen oder Zuschüsse fürs Eigenheim – allerdings häufig nur an Familien mit Kindern und bis zu bestimmten Einkommensgrenzen.

Mit Baukostenzuschüssen oder verbilligten Bauplätzen unterstützen auch Städte und Gemeinden Familien mit Kindern. Auch Kirchen stellen Grundstücke im Erbbaurecht oft mit Kinderrabatt zur Verfügung.

11.6.09 - verantwortlich Welt-Online